White Sharks drehen das Spiel 18 Sekunden vor Schluss – mögliches Playoff-Duell rückt näher

Es war alles angerichtet für einen großen Bundesliga-Abend im Sport- und Freizeitbad blu. Die Potsdam Orcas führten zur Halbzeit mit 6:2, kontrollierten das Spiel – und standen am Ende dennoch mit leeren Händen da. Mit 10:11 (1:1, 5:1, 3:5, 1:4) unterlag das Team den White Sharks Hannover.

Der entscheidende Treffer fiel 18 Sekunden vor Schluss.


Geduld im ersten Viertel, Dominanz im zweiten

Die Partie begann defensiv geprägt. Beide Mannschaften agierten diszipliniert, klare Abschlüsse waren selten. Willem Simon im Potsdamer Tor und Kevin Goetz auf der Gegenseite bestimmten mit starken Paraden das Bild.

Für die Orcas traf zunächst Lu Meo Ulrich zum 1:1-Ausgleich – mehr ließ das erste Viertel nicht zu.

Im zweiten Abschnitt übernahm Potsdam dann spürbar das Kommando. Matti Arnold erzielte die Führung, Finn Taubert baute sie aus. Filip Dittmer traf zum 4:2, Taubert legte nach, und Noel Eisenreich stellte kurz vor der Pause auf 6:2.

Die Defensive arbeitete konzentriert, ließ kaum klare Chancen zu und unterstützte ihren Torhüter konsequent. Es war die beste Phase der Gastgeber – strukturiert, kontrolliert, reif.


Das Spiel kippt

Nach dem Seitenwechsel veränderte sich die Dynamik. Hannover erhöhte den Druck, das Spiel wurde körperlicher, hektischer. Arne Hofmann stellte zunächst auf 7:3, doch die Gäste verkürzten Schritt für Schritt. Hofmann traf später erneut, ebenso Taubert per Strafwurf zum zwischenzeitlichen 10:9 – es sollte die letzte Potsdamer Führung bleiben.

Im Schlussviertel gelang Hannover der Ausgleich. Die Partie stand nun auf Messers Schneide. 18 Sekunden vor dem Ende traf Marek Molnar zum 10:11. Es war nach dem frühen 0:1 die einzige Führung der Gäste – und sie entschied das Spiel. Molnar wurde später zum Spieler des Tages gewählt.

Drei vergebene Strafwürfe auf Potsdamer Seite wogen schwer. In einem Spiel dieser Intensität entscheiden Nuancen.


Bitter – auch mit Blick auf die Tabelle

Diese Niederlage schmerzt besonders, weil sie nach klarer Pausenführung entstand. Und sie könnte noch ein Nachspiel haben: Sehr wahrscheinlich werden die Orcas die Hauptrunde der 1. Bundesliga nun auf Rang fünf beenden. Damit deutet vieles auf ein erneutes Aufeinandertreffen mit den White Sharks Hannover im Playoff-Viertelfinale hin – im Modus „Best of Three“. Als Fünfter stünde aber ein entscheidendes drittes Spiel auswärts an.

Das Duell vom Wochenende könnte also nur ein Vorgeschmack gewesen sein.

Zuvor wartet jedoch noch eine schwere Aufgabe: Auswärts beim Tabellendritten ASC Duisburg will die Mannschaft am Samstag zeigen, dass sie diese Niederlage verarbeitet hat. Klar ist: Die Saison geht in ihre entscheidende Phase – und sie bleibt spannend.


Potsdamer Aufgebot

Torhüter: Willem Simon, Max Rössel

Feldspieler:
Finn Taubert (3), Marian Kob, Tyler Kugler, Arne Hofmann (1), Filip Dittmer (2), Mason Irving, Matti Arnold (2), Elias Göthke, Thilo Popp, Florian Burger, Lu Meo Ulrich (1), Noel Eisenreich (1)


Aktuelle Tabelle

PlatzVereinSpieleTorePunkte
1.Wasserfreunde von 1898 Hannover12321:8236
2.Wfr. Spandau 0411250:11029
3.ASC Duisburg11202:12924
4.OSC Potsdam11128:17515
5.White Sharks Hannover11131:17413
6.Duisburger SV 189811122:1969
7.SV Cannstatt12111:2526
8.SG Neukölln Berlin11106:2533

Spielplan Herren-Bundesliga Potsdam Orcas

DatumUhrzeitHeimGastErgebnis
18.10.2516:00WF Spandau 04Orcas25:9
25.10.2518:00OrcasDuisburger SV 9811:9
01.11.2518:00OrcasSG Neukölln17:9
15.11.2517:00White Sharks HannoverOrcas19:16
22.11.2518:00OrcasASC Duisburg10:19
29.11.2518:00Waspo 98 HannoverOrcas36:7
25.01.2615:30SV CannstattOrcas8:11
07.02.2618:00OrcasWF Spandau 049:22
14.02.2618:00Duisburger SV 98Orcas12:14
25.02.2620:00SG NeuköllnOrcas5:14
28.02.2616:00OrcasWhite Sharks Hannover10:11
07.03.2616:00ASC DuisburgOrcas
14.03.2618:00OrcasWaspo 98 Hannover
21.03.2616:00OrcasSV Cannstatt
Auf dem Bild: Matti Arnold mit starkem Spiel: Der Linksaußen traf zum 2:1 und 8:5. (Foto: S.Seifert)
Auf dem Bild: Matti Arnold mit starkem Spiel: Der Linksaußen traf zum 2:1 und 8:5. (Foto: S.Seifert)