Fokus auf Neukölln: Potsdam will schnell zurück in die Erfolgsspur

Seit dem gestrigen Mittwoch ist das Bundesliga-Team der Potsdam Orcas wieder im Training. Nach der bitteren Enttäuschung vom Wochenende hatte Trainer Alexander Tchigir seiner Mannschaft zwei Tage zur Regeneration gegeben – körperlich wie mental. Am Sonntag war die Best-of-three-Serie der Viertelfinal-Playoffs im heimischen blu mit 1:2 gegen die White Sharks Hannover verloren gegangen. Statt Halbfinale heißt es nun: Abstiegskampf.

Verpasste Chance trotz zwischenzeitlichem Momentum

Dabei schien das Momentum zunächst auf Seiten der Potsdamer zu liegen. Nach der knappen 13:15-Niederlage in Hannover vor Wochenfrist gelang den Orcas am Samstag ein überzeugender 10:7-Erfolg vor heimischem Publikum. Mit einer starken Defensivleistung und großem Einsatz erzwang das Team ein entscheidendes drittes Spiel.

Am Sonntag jedoch präsentierten sich die Havelstädter deutlich unter ihren Möglichkeiten. Bei der klaren 11:18-Niederlage fanden sie weder offensiv noch defensiv zu ihrem Spiel. „Die Enttäuschung ist groß“, erklärte Trainer Tchigir. „Wir haben in keiner Phase eine akzeptable Leistung gezeigt. Die Niederlage geht auch in dieser Höhe in Ordnung.“

Starke Reaktion am Samstag

Noch am Vortag hatten die Orcas ihre Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Angeführt von einem starken Willem Simon im Tor überzeugte vor allem die Defensive. Nach dem frühen 1:1-Ausgleich durch Finn Taubert entwickelte sich zunächst ein offenes Spiel, ehe Potsdam im zweiten Viertel die Kontrolle übernahm.

Florian Burger brachte sein Team mit 2:1 in Führung, Taubert legte zum 3:2 und 4:3 nach. Weitere Treffer von Matti Arnold und erneut Burger sorgten für die verdiente 6:3-Pausenführung. Auch nach dem Seitenwechsel blieb Potsdam stabil: Arne Hofmann und Taubert erhöhten auf 8:5 vor dem Schlussabschnitt. Dort machten Marian Kob und Kapitän Lu Meo Ulrich mit ihren Treffern zum 10:7 endgültig alles klar.

Sonntag: Früher Rückstand und fehlende Stabilität

Ganz anders das Bild am Sonntag: Zwar starteten die Orcas torreich in die Partie, doch defensiv offenbarten sie früh große Schwächen. In den Anfangsminuten hielten Treffer von Arne Hofmann (1:1), Tyler Kugler (2:1) und Finn Taubert (3:3) das Spiel noch offen. Noch im ersten Viertel kassierte Potsdam drei weitere Gegentreffer und geriet ins Hintertreffen. Auch im zweiten Abschnitt konnte das Team nur kurz durch Marian Kob auf 4:6 verkürzen, ehe Hannover mit drei schnellen Toren davonzog.

Die weiteren Potsdamer Treffer durch Taubert (zum 5:9 und 7:10), Matti Arnold (6:10), Hofmann (8:12 und 10:17), Filip Dittmer (9:16) sowie Kob (11:17) konnten den Spielverlauf nicht mehr entscheidend beeinflussen. Hannover nutzte die defensiven Nachlässigkeiten konsequent aus und kontrollierte die Partie bis zum Ende.

Blick nach vorn: Entscheidungsspiele gegen Neukölln

Viel Zeit zum Hadern bleibt nicht. Bereits ab dem 9. Mai wartet mit der SG Neukölln der nächste Gegner – und damit die entscheidende Best-of-three-Serie um den Klassenerhalt. Das erste Spiel findet im Sportbad Britz unter freiem Himmel statt, eine Woche später folgt das Heimspiel (16. Mai, 18 Uhr) im blu. Sollte ein drittes Spiel nötig werden, wird dieses direkt am darauffolgenden Tag (10 Uhr) ausgetragen.

Zur Vorbereitung stehen nun am Feiertagswochenende zwei Trainingsspiele gegen den SV Cannstatt im Sportpark Luftschiffhafen auf dem Programm. Der Fokus ist klar: Form aufbauen, Sicherheit gewinnen und als Team geschlossen auftreten. „Die Stimmung im Training ist wieder gut“, berichtet André Laube, sportlicher Leiter der Orcas. „Die Mannschaft weiß, worum es geht, und arbeitet hochkonzentriert.“

Klassenerhalt als klares Ziel

Mit einem Erfolg gegen Neukölln wäre der Verbleib in der Bundesliga gesichert. In diesem Fall würden die Orcas anschließend um Platz fünf spielen. Andernfalls droht eine weitere Serie – dann gegen den Abstieg in die 2. Bundesliga.

Potsdam:

Torhüter Willem Simon, Max Rössel
Finn Taubert (7), Marian Kob (3), Tyler Kugler (1), Arne Hofmann (4), Filip Dittmer (1), Fynn Klaffke, Matti Arnold (2), Elias Göthke, Thilo Popp, Florian Burger (2), Lu Meo Ulrich (1), Noel Eisenreich

Viertelfinale Playoffs 4. (Potsdam Orcas) gg 5. (WS Hannover)

19.04.2026        13.00 Uhr          WS Hannover    –             Potsdam Orcas               15:13
25.04.2026        18.00 Uhr          Potsdam Orcas –             WS Hannover                 10:7
26.04.2026        10.00 Uhr          Potsdam Orcas –             WS Hannover                  11:18

Halbfinale Playdowns (5.-8.) Potsdam Orcas gg SG Neukölln

09.05.2026        16.00 Uhr          SG Neukölln      –             Potsdam Orcas
16.05.2026        18.00 Uhr          Potsdam Orcas –             SG Neukölln
17.05.2026        10.00 Uhr          Potsdam Orcas –             SG Neukölln (wenn erforderlich)

Auf dem Foto: Starke Vorstellung in beiden Partien: Finn Taubert erzielte sieben Treffer am Wochenende. (Sandra Seifert)
Auf dem Foto: Starke Vorstellung in beiden Partien: Finn Taubert erzielte sieben Treffer am Wochenende. (Sandra Seifert)