Mit der Endrunde um den Deutschen Wasserballpokal stand am Wochenende des 20. und 21. Juni 2026 der sportliche Höhepunkt einer langen Saison für die U12 auf dem Programm. Vor der beeindruckenden Kulisse des Forumbads Berlin auf dem Gelände des Olympiastadions kämpften die acht besten Mannschaften Deutschlands um den begehrten Pokal. Ausrichter des Turniers waren die Wasserfreunde Spandau 04, die den Nachwuchsteams trotz brütender Hitze hervorragende Bedingungen boten.

Neben den Potsdam Orcas hatten sich der SV Blau-Weiß Bochum, die Barracudas Nürnberg, die SG Stadtwerke München, die White Sharks Hannover, die Wasserfreunde Spandau 04, der ASC Duisburg und die SG Neukölln für das Saisonfinale qualifiziert – ein Teilnehmerfeld, das hochklassigen Jugendwasserball versprach.

Revanche geglückt – Potsdam zieht ins Halbfinale ein

Die Auslosung meinte es spannend mit den Potsdamern: Gleich im Viertelfinale wartete mit dem SV Blau-Weiß Bochum der Gruppensieger der Vorrunde – also genau jene Mannschaft, gegen die man in der Vorrunde im Fünfmeterwerfen unterlag. Die Gelegenheit zur Revanche ließen sich die Orcas nicht entgehen.

Von Beginn an überzeugten die Potsdamer mit einer konzentrierten Defensivleistung, sehenswert herausgespielten Angriffen und attraktivem Wasserball. Lediglich Bochums starke Rückraumschützin Carla Diakon bereitete der Defensive mit ihren Distanzwürfen immer wieder Probleme. Dennoch kontrollierten die Orcas die Partie über weite Strecken und erspielten sich einen komfortablen Vorsprung. Dadurch konnten auch die jüngsten Spielerinnen und Spieler wichtige Einsatzminuten sammeln und eindrucksvoll zeigen, welche Fortschritte sie in den vergangenen Monaten gemacht haben.

Mit einem verdienten 15:12-Erfolg zog der OSC Potsdam ins Halbfinale ein und durfte sich damit bereits zu den verbleibenden vier besten U12-Mannschaften Deutschlands zählen.

Großer Kampf gegen den Titelverteidiger

Im Halbfinale wartete mit den White Sharks Hannover der Titelverteidiger und große Turnierfavorit, der zuvor Gastgeber Spandau deutlich mit 16:9 besiegt hatte.

Die Potsdamer erwischten zunächst keinen guten Start und gerieten schnell mit 0:2 in Rückstand. Doch Kapitän Rafael Paul erzielte den wichtigen Anschlusstreffer zum 2:1 und brachte seine Mannschaft zurück ins Spiel. Wenig später sorgte Anton Ottilie mit zwei Treffern zunächst für den Ausgleich und anschließend sogar für die 4:3-Führung der Orcas.

Es entwickelte sich ein hochklassiges Halbfinale mit starken Aktionen, schnellen Gegenstößen und sehenswerten Toren auf beiden Seiten. Bis kurz vor der Halbzeit begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe.

Gegen Ende des zweiten Viertels machten sich jedoch erste Unsicherheiten bemerkbar. Einige Potsdamer verloren den Mut in entscheidenden Situationen, wodurch Hannover zunehmend Selbstvertrauen gewann. Der Titelverteidiger nutzte diese Phase eiskalt aus, spielte seine Qualität aus und setzte sich schließlich deutlich mit 16:9 durch. Das Ergebnis fiel letztlich klarer aus, als es der Spielverlauf über weite Strecken vermuten ließ.

Gewitter, Spiel um Bronze und ein starker Saisonabschluss

Der zweite Turniertag begann mit einem heftigen Sommergewitter, das den Zeitplan kurzfristig durcheinanderbrachte. Nachdem das Unwetter vorübergezogen war, konnte das Turnier jedoch planmäßig fortgesetzt werden.

Für die Potsdamer ging es nun gegen den ASC Duisburg um die Bronzemedaille. Bemerkenswert war dabei die geographische Verteilung der vier Halbfinalisten: Mit Hannover, Nürnberg, Duisburg und Potsdam war nahezu jede Himmelsrichtung Deutschlands im Halbfinale vertreten.

Der Start ins Spiel verlief aus Potsdamer Sicht alles andere als optimal. Duisburg nutzte kleine Unkonzentriertheiten konsequent aus und setzte sich früh auf 3:0 ab. Erst der wichtige Anschlusstreffer von Moritz Waindok brachte die Orcas wieder zurück ins Spiel.

Mit großem Einsatz kämpfte sich die Mannschaft bis zum dritten Viertel auf 6:7 heran und machte das Spiel wieder spannend. Doch wie bereits im Halbfinale fehlte in der entscheidenden Phase die letzte mentale Stabilität. Vor allem Duisburgs Nummer 10 stellte die Potsdamer Defensive immer wieder vor große Probleme. Mit seinen energischen Aktionen zog er zahlreiche Strafwürfe und Herausstellungen und erzielte selbst sechs Treffer, wodurch er maßgeblich zum 14:9-Erfolg seiner Mannschaft beitrug.

Trotz der Niederlage nutzte das Trainerteam erneut die Gelegenheit, den gesamten Kader einzusetzen. Jeder Spieler und jede Spielerin durfte seinen Beitrag zu diesem Saisonhöhepunkt leisten.

Eine besondere Auszeichnung erhielt Torhüter Pit Müller, der nach zahlreichen spektakulären Paraden während des gesamten Turniers völlig verdient als Spieler des Spiels auf Potsdamer Seite geehrt wurde.

Mehr als nur Platz vier

Natürlich überwog unmittelbar nach dem Turnier zunächst die Enttäuschung darüber, dass der Traum von einem Treppchenplatz knapp verpasst wurde. Doch mit etwas Abstand wird diese Mannschaft erkennen, was sie in dieser Saison erreicht hat.

Die Orcas haben sich mit mutigem, attraktivem Wasserball unter die vier besten U12-Mannschaften Deutschlands gespielt. Sie haben über die gesamte Saison eine beeindruckende spielerische Entwicklung genommen und sich als Mannschaft enorm weiterentwickelt. Gerade die Rückschläge in den entscheidenden Spielen werden die jungen Sportler mental wachsen lassen und sie auf ihrem weiteren Weg stärken.

Für einige der Potsdamer ging die Saison allerdings noch nicht zu Ende. Bereits einen Tag nach dem Finalturnier machten sie sich auf den Weg nach Italien, wo mit dem internationalen HaBaWaBa-Turnier bereits das nächste große Abenteuer auf sie wartete.

Wir gratulieren den White Sharks aus Hannover zur verdienten Titelverteidigung und bedanken uns für das tolle Turnier!

Im Einsatz für die Potsdam Orcas: Pit Müller, Amos Langhof (5 Tore), Anton Ottilie (5), Moritz Lüer (4), Pia Oberpichler (1), Liam Wesemann (2), Rafael Paul (8), Charlie Geue (1), Moritz Waindok (5), Till Beckmann (2), Erik Grobert, Jannis Henze, Kilian Lehmann und Tijan Grandke.

Foto: privat