Potsdam Orcas schlagen Neukölln nach Fünf-Meter-Werfen und empfangen nun die Berliner

Mit einem nervenaufreibenden 19:18-Erfolg nach Fünf-Meter-Werfen haben die Bundesliga-Wasserballer der Potsdam Orcas das erste Spiel der Best-of-Three-Serie gegen die SG Neukölln Berlin für sich entschieden. In der Serie um die Plätze fünf bis acht der Wasserball-Bundesliga gelang den Potsdamern damit ein enorm wichtiger erster Schritt Richtung Klassenerhalt.

Denn die Ausgangslage ist klar: Wer die Serie gewinnt, sichert sich den Verbleib in der ersten Bundesliga. Der Verlierer muss dagegen in eine weitere Abstiegsrunde und dort zunächst gegen den Unterlegenen der Parallelserie zwischen dem Duisburger SV 98 und dem SV Cannstatt antreten. Der endgültige Verlierer steigt direkt ab, während der Sieger der letzten Serie anschließend sogar noch in die Relegation gegen den Zweitplatzierten der 2. Bundesliga muss. Entsprechend hoch war bereits im ersten Duell der Druck auf beide Mannschaften.

Blitzstart der Orcas

Die Potsdamer erwischten in Berlin einen Traumstart. Durch Treffer von Arne Hofmann sowie zwei Tore von Lu Meo Ulrich führten die Gäste nach nicht einmal drei Minuten mit 3:0.

Eine frühe Auszeit der Neuköllner zeigte jedoch Wirkung. Binnen einer Minute glichen die Gastgeber zum 3:3 aus. Anschließend entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch, der phasenweise auch körperlich äußerst robust geführt wurde. Vor allem Neukölln versuchte, die junge Potsdamer Mannschaft mit harter Gangart zu beeindrucken – durchaus mit Erfolg.

Dennoch blieb Potsdam zunächst vorne. Hofmann traf zum 4:3, später stellte Taubert auf 5:4 und schließlich per Strafwurf auf den 6:5-Endstand des ersten Viertels.

Potsdam hält dagegen

Im zweiten Abschnitt schien sich Potsdam zunächst etwas absetzen zu können. Florian Burger und Filip Dittmer erhöhten auf 8:5. Doch erneut kämpfte sich Neukölln zurück. Vor allem der am Ende zehnfache Torschütze Terrence Smit stellte die Potsdamer Defensive immer wieder vor Probleme. Potsdam verteidigte die knappe Führung zunächst weiter. Taubert traf zum 9:7, ehe Neukölln erneut verkürzte und schließlich zum 9:9 ausglich. Mit der Schlusssirene der ersten Halbzeit sorgte Dittmer jedoch für das wichtige 10:9.

Nach der torreichen ersten Halbzeit wurde das Spiel nach dem Seitenwechsel defensiver geprägt. Elias Götke erhöhte in Überzahl auf 11:9, doch Neukölln blieb hartnäckig, stellte zunächst auf 11:11 und ging schließlich im Schlussviertel erstmals selbst in Führung. Mitte des letzten Abschnitts lagen die Gastgeber plötzlich mit 13:11 vorne und die Partie drohte den Orcas endgültig zu entgleiten.

Burger rettet Potsdam – Dortmann wird zum Helden

Doch Potsdam gab sich nicht auf. Erneut Götke verkürzte 110 Sekunden vor Schluss auf 12:13. Kurz vor Spielende kamen die Orcas noch einmal in Ballbesitz. Trainer Tchigir nahm seine letzte Auszeit, ersetzte den Torwart durch einen siebten Feldspieler – und wurde belohnt. Die Überzahl führte zu einem Strafwurf, den Burger 20 Sekunden vor Schluss sicher zum 13:13-Ausgleich verwandelte.

Im anschließenden Fünf-Meter-Werfen zeigten sich zunächst sämtliche Schützen nervenstark. Lu Meo Ulrich brachte zu Beginn der zweiten Runde Potsdam schließlich mit 19:18 in Führung.

Dann folgte der wohl emotionalste Moment des Abends: Alexander Tchigir wechselte unmittelbar vor dem entscheidenden Wurf den Torhüter. Für den bis dahin stark haltenden Willem Simon kam Erik Dortmann ins Wasser – nach monatelanger Verletzungspause zu seinem ersten Einsatz überhaupt. Und Dortmann parierte tatsächlich den letzten Neuköllner Versuch. Mit praktisch nur einer Einsatzsekunde avancierte er damit zum Matchwinner.

Entscheidungsspieltag im blu

Nun haben die Orcas am kommenden Samstag die große Chance, die Serie vor heimischer Kulisse zu entscheiden. Spiel zwei findet am Samstag um 18 Uhr im Sport- und Freizeitbad blu statt.

Sollte Neukölln dort ausgleichen, käme es bereits am Sonntagmorgen um 10 Uhr – ebenfalls im Blu – zum alles entscheidenden dritten Spiel.

Die Potsdamer hoffen dabei auf eine volle Halle und lautstarke Unterstützung von den Rängen.

Trainer Alexander Tchigir blickt trotz des dramatischen Spielverlaufs optimistisch auf das Wochenende:
„Das Spiel war sicherlich an vielen Stellen holprig, aber die Euphorie nach diesem Sieg ist natürlich riesig. Entscheidend ist jetzt, dass alle Spieler die körperlichen Belastungen gut überstanden haben. Die Mannschaft geht mit viel Energie und Tatendrang in die kommende Aufgabe.“

Tickets und Besonderheit
Tickets sind wie gewohnt online (https://potsdam-orcas.de/tickets/) erhältlich. Besonderer Anreiz: Sollte ein drittes Spiel erforderlich werden, behalten die Eintrittskarten auch für das Entscheidungsspiel am Folgetag ihre Gültigkeit.

Potsdam:

Torhüter Willem Simon, Erik Dortmann

Finn Taubert (4), Marian Kob, Tyler Kugler, Arne Hofmann (3), Filip Dittmer (2), Fynn Klaffke, Matti Arnold, Elias Göthke (3), Mason Irving, Florian Burger (3), Lu Meo Ulrich (4), Noel Eisenreich

Viertelfinale Playoffs 4. (Potsdam Orcas) gg 5. (WS Hannover)

19.04.2026        13.00 Uhr          WS Hannover    –             Potsdam Orcas               15:13
25.04.2026        18.00 Uhr          Potsdam Orcas –             WS Hannover                 10:7
26.04.2026        10.00 Uhr          Potsdam Orcas –             WS Hannover                  11:18

Halbfinale Playdowns 4. (Potsdam Orcas) gg 8. (SG Neukölln)

09.05.2026        16.00 Uhr          SG Neukölln       –             Potsdam Orcas               18:19
16.05.2026        18.00 Uhr          Potsdam Orcas –             SG Neukölln     
17.05.2026        10.00 Uhr          Potsdam Orcas –             WS Hannover                  (wenn erforderlich)

Auf dem Foto: Monatelang verletzungsbedingt gefehlt: Erik Dortmann wird nur für eine Parade eingesetzt – und das mit Erfolg. (Sandra Seifert)
Auf dem Foto: Monatelang verletzungsbedingt gefehlt: Erik Dortmann wird nur für eine Parade eingesetzt – und das mit Erfolg. (Sandra Seifert)